Hoffmann’s Erzählungen

Hoffmann’s Erzählungen

Jacques Offenbachs Phantastische Oper „Hoffmann’s Erzählungen“ ist eines der populärsten aber auch eines der geheimnisvollsten und schwierigst zu realisierenden Werke der Opernbühne.  Die Oper, zu der der Dichter und Maler E.T.A. Hoffmann mit seinen phantastischen Erzählungen Stoff und Titelfigur lieferte, sollte das Meisterwerk Offenbachs werden. Er hat das Werk allerdings nie vollendet und es ist nicht überliefert, wie sich der Komponist das Ende vorgestellt hatte. Hoffmann’s Erzählungen ist ein Werk in einer Sphäre der Phantasie angesiedelt, die sich über alles vordergründig Reale hinweghebt und nach einer eigenen Wirklichkeit verlangt. Eigentlich ideal für das Salzburger Marionettentheater und seiner Illusionskunst. Es wurde eine Aufnahme des Chor und Orchesters Suisse Romande verwendet, mit dem Dirigenten Richard Bonynge, der sich an neuesten Forschungen über mögliche Originalfassungen orientiert hat. Bühnenbild und Lichtregie stammen von Günther Schneider-Siemssen, Inszenierung von Wolf Dieter Ludwig und die Puppenköpfe von Edmund Pointner.

Die aufwendigen und wunderbaren Kostüme wurden in den Werkstätten des Salzburger Marionettentheaters hergestellt, nach Entwürfen von Bernd Dieter Müller.

 

Gedanken Zur Inszenierung von „Hoffmann’s Erzählungen“ von Wolf-Dieter Ludwig

Warum will das Salzburger Marionettentheater – als Mozart Theater auf allen Kontinenten bekannt und anerkannt Les Contes d’Hoffmann“ zu magischem Leben erwecken?
Dazu die Hintergründe: Ernst Theodor Wilhelm Hoffmann – Jurist, Dichter, und Maler der Romantik, gebildeter Kritiker und Musikästhet, Komponist in Mozarts Geist und Stil – hatte aus verehrung für das Genie Salzburgs selbst seinen Vornamen Wilhelm in Amadeus umgewandelt, seine Initialen sind uns darum allein in Folge E.T.A. geläufig.

Und Jacques Offenbach vertauschte in seinem letzten Lebensjahr – als er in Stille des Pavillon Henri IV in St. Germain die „Contes d’Hoffmann“ vollenden wollte – die Notenblätter immer öfter mit der Biographie Mozarts, die er auswendig kannte und die seine Emotionen aufwühlte. Auch Richard Wagner hatte erkannt, daß Offenbach eine leichte Hand wie der göttliche Mozart gehabt habe. Und Rossini nannte ihn den „Mozart der Champs-Elysées“.

Wir wissen, daß Offenbach sein Meisterwerk nicht mehr vollenden konnte und wissen auch, daß manche der schönsten Melodien ursprünglich für andere Stücke geschrieben worden waren – wie etwa die berühmte Barcarole aus der Ouvertüre der „Rhein-Nixen“, deren „Diamantenarie“, im unvollendeten „Venedig-Akt“ von fremder Hand stammt. Wir kennen das Werk nur als Torso, allerdings in zahllosen Bearbeitungen oft genug gegen Intentionen Offenbachs aufgeführt wurden.

Jakob „Jacques“ Offenbach (* 20. Juni 1819 in Köln; † 5. Oktober 1880 in Paris) war ein deutsch-französischer Komponist und Cellist. Er gilt als Begründer der modernen Operette als eigenständiges und anerkanntes Genre des Musiktheaters. Seine bekanntesten Stücke sind die Tanznummer Cancan aus Orpheus in der Unterwelt sowie die Barcarole aus Hoffmanns Erzählungen.

Das Salzburger Marionettentheater möchte anlässlich des 200. Geburtstages von Jacques Offenbach seine wunderbare Produktion von 1985 überarbeiten und wieder ins Repertoire aufnehmen. Die Regie wird Philippe Brunner übernehmen, der Künstlerische Leiter des Theaters.